Hatha Yoga in Essen und die Vielfalt der Yoga-Traditionen
Yoga Traditionen
Yoga ist nicht gleich Yoga
Yoga bedeutet mehr als körperliche Bewegung – es führt Dich zu mehr Bewusstsein, innerer Ruhe und tieferem Selbstverständnis. Yoga gleicht nicht immer Yoga: Über Jahrtausende entstanden diverse Traditionen, die eigene Schwerpunkte, Lehren und Übungen mit sich bringen. Du kennst vielleicht Hatha, Kundalini oder Ashtanga – aber weißt Du, wie sie sich abgrenzen und welche Tradition am besten zu Dir passt?
Diese Informationsseite bietet Dir einen klaren Überblick über die vielen Yoga-Arten. Du erfährst, wo die einzelnen Traditionen ihren Anfang nahmen, welche Grundideen sie verfolgen und wie sich ihre Ausübung anfühlt. So findest Du heraus, welche Richtung Dich am stärksten anzieht – ob Du nach spiritueller Tiefe, körperlicher Bewegung oder sanfter Entspannung suchst.
Folge mir in die spannende Geschichte des Yoga und sieh, wie unterschiedlich der Weg zur Balance aussehen kann.
Hatha Yoga in Essen
Hatha-Yoga: Die Wurzel vieler moderner Yoga-Stile
Hatha-Yoga ist eine der ältesten und zugleich grundlegendsten Yoga-Traditionen. Der Begriff taucht erstmals im Mittelalter in Indien auf, unter anderem in Schriften wie der Hatha-Yoga-Pradipika (ca. 15. Jahrhundert). „Ha“ steht sinnbildlich für Sonne, „Tha“ für Mond – Hatha-Yoga zielt also auf den Ausgleich gegensätzlicher Kräfte in Körper und Geist.
Ursprünglich diente Hatha-Yoga als körperliche Vorbereitung für tiefere Meditationspraxis: Durch Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemtechniken) und Reinigungsübungen (Kriyas) sollte der Körper gestärkt und der Geist beruhigt werden, um längeres Sitzen in Meditation überhaupt erst möglich zu machen. Viele der heute bekannten Yoga-Stile – von Iyengar über Ashtanga bis Vinyasa – haben ihre Wurzeln im Hatha-Yoga.
Im modernen Westen ist „Hatha-Yoga“ oft ein Sammelbegriff für einen ruhigeren, langsameren Unterrichtsstil geworden, bei dem Haltungen länger gehalten und bewusst mit dem Atem verbunden werden. Auch tiefere philosophische und spirituelle Strömungen wie der kaschmirische Shivaismus fließen in manche Hatha-Yoga-Traditionen ein und prägen deren Verständnis von Bewusstsein und innerer Erfahrung.
Wie sich die Praxis anfühlt: geerdet, ausgleichend, zugänglich. Hatha-Yoga eignet sich hervorragend für Einsteiger, aber auch für erfahrene Übende, die zu den Wurzeln der Praxis zurückkehren möchten – zu einem bewussten, unaufgeregten Zusammenspiel von Körper, Atem und Geist.
Da ich die alten Texte wie die Gheranda Samhita, Hatha-Yoga-Pradipika und natürlich Patanjali´s Yoga Sutren studiert habe, halte ich es für wesentlich, dass die Yoga-Lehrenden sich auch philosophisch mit der Yoga-Tradition auseinandersetzen. Der „spirit“ im Yoga wird aus dieser ursprünglichen philosophischen Wurzel heraus genährt.
Für die Abstimmung einer Einzelstunde oder für die Kursanmeldung in der fu-om-yoga nehme bitte Kontakt zu mir auf unter: anke.rebetje@fu-om-yoga.de
Yin Yoga in Essen
Yin-Yoga – Ursprung, Geschichte und warum langes Halten von Yoga-Haltungen keine neue Erfindung ist
Yin Yoga: Ein moderner Begriff mit alten Wurzeln
Yin Yoga ist heute eine der bekanntesten Yoga-Richtungen. Viele Menschen suchen nach einem ruhigen, meditativen Yoga, das Stress reduziert, die Faszien anspricht und das Nervensystem beruhigt. Dabei entsteht häufig der Eindruck, Yin Yoga sei eine uralte Tradition aus China oder Indien. Tatsächlich ist jedoch vor allem der Begriff „Yin Yoga“ eine vergleichsweise junge Bezeichnung.
Wer hat Yin Yoga erfunden?
Als Begründer des modernen Yin Yoga gilt der amerikanische Kampfkünstler und Yogalehrer Paulie Zink. Bereits in den 1970er-Jahren verband er Elemente des Hatha Yoga mit dem chinesischen Daoismus sowie traditionellen Übungen aus den Kampfkünsten.
In den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelten die bekannten Yogalehrer Paul Grilley und später Sarah Powers diesen Ansatz weiter. Sie machten Yin Yoga weltweit bekannt und verbanden die Praxis mit modernen Erkenntnissen über Anatomie, Faszien und Meditation.
Der Name „Yin Yoga“ stammt also nicht aus einer jahrtausendealten Yogatradition, sondern beschreibt eine moderne Unterrichtsform, die verschiedene Einflüsse miteinander verbindet.
Lange gehaltene Asanas gehören seit Jahrhunderten zum Yoga
Wer die klassischen Yogaschriften und die Geschichte des Hatha Yoga betrachtet, erkennt schnell: Das lange Halten von Asanas ist keineswegs eine neue Idee.
Frühe Texte wie die Hatha Yoga Pradipika, die Gheranda Samhita oder die Shiva Samhita beschreiben Asanas nicht als fließende Bewegungsabfolgen. Vielmehr wurden einzelne Körperhaltungen ruhig eingenommen und über längere Zeit gehalten. Ziel war nicht sportliche Fitness, sondern Stabilität und die Vorbereitung auf längeres Sitzen für die Meditation.
Auch viele traditionelle Yogalehrer in Indien unterrichteten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein statische Haltungen, verbunden mit bewusster Atmung und innerer Konzentration.
Dynamisches Yoga ist historisch gesehen jünger
Viele Menschen verbinden Yoga heute mit fließenden Bewegungen, Sonnengrüßen und schweißtreibenden Sequenzen. Tatsächlich entwickelten sich diese dynamischen Unterrichtsformen jedoch erst im 20. Jahrhundert.
Einflussreiche Lehrer wie T. Krishnamacharya, später K. Pattabhi Jois (Ashtanga Yoga) und B. K. S. Iyengar prägten moderne Yogastile, aus denen zahlreiche heutige Yogaformen entstanden.
Das bedeutet:
Nicht das lange Halten ist neu – sondern vielmehr die starke Dynamisierung des Yogaunterrichts.
Warum wird Yin Yoga so lange gehalten?
Im Yin Yoga werden die Asanas meist drei bis fünf Minuten oder sogar länger gehalten. Dadurch entsteht ausreichend Zeit, um:
- das Nervensystem zu beruhigen,
- den Atem zu vertiefen,
- innere Unruhe loszulassen,
- Beweglichkeit sanft zu fördern,
- Faszien und Bindegewebe ohne Kraftaufwand zu belasten,
- Achtsamkeit und Meditation zu entwickeln.
Ob der Fokus tatsächlich auf den Faszien liegt, wird in der Wissenschaft weiterhin diskutiert. Unbestritten ist jedoch, dass ruhiges, achtsames Üben viele Menschen dabei unterstützt, Stress abzubauen und Körperwahrnehmung zu entwickeln.
Yin Yoga und klassisches Hatha Yoga – mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede
Aus historischer Sicht unterscheiden sich Yin Yoga und klassisches Hatha Yoga weniger, als häufig angenommen wird.
Beide legen Wert auf:
- längeres Verweilen in Asanas,
- bewusste Atmung,
- Ruhe und Achtsamkeit,
- innere Wahrnehmung,
- Meditation und Entspannung.
Der moderne Begriff Yin Yoga beschreibt daher eher einen bestimmten Unterrichtsstil als eine völlig neue Yogaform.
Yoga ist mehr als ein Name
Ob eine Yogastunde als Hatha Yoga, Yin Yoga oder Meditation bezeichnet wird, ist letztlich zweitrangig. Entscheidend ist die Qualität der Anleitung und die Fähigkeit, den Menschen dabei zu unterstützen, wieder in Kontakt mit seinem Körper, seinem Atem und seinem Nervensystem zu kommen.
Viele traditionelle Hatha-Yoga-Stunden enthalten seit jeher Elemente, die heute unter dem Begriff Yin Yoga bekannt geworden sind.
Fazit
Yin Yoga ist keine jahrtausendealte eigenständige Yoga-Tradition, sondern ein moderner Name für eine ruhige Form des Yoga, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt und popularisiert wurde. Das lange Halten von Asanas hingegen gehört seit Jahrhunderten zur Geschichte des Hatha Yoga.
Wer Yoga in seiner ursprünglichen Tiefe kennenlernen möchte, entdeckt schnell: Ruhe, Geduld und bewusstes Verweilen waren schon immer zentrale Bestandteile einer authentischen Yogapraxis.
Kaschmirischer Shivaismus
Kaschmirischer Shivaismus: Die Welt als Ausdruck des Bewusstseins
Es gibt Philosophien, die den Menschen lehren, sich von der Welt zurückzuziehen, um zur Erkenntnis zu gelangen. Der Kaschmirische Śivaismus geht einen anderen Weg. Er lehrt: Du musst dich nirgendwohin zurückziehen. Die Welt, in der Du gerade stehst – mit all ihren Farben, Berührungen, Gedanken und Gefühlen – ist bereits der Ausdruck dessen, wonach Du suchst.
Diese nicht-dualistische Philosophie entstand zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert im Tal von Kaschmir und zählt zu den subtilsten und zugleich lebensbejahendsten Strömungen des indischen Denkens. Anders als viele andere Schulen unterscheidet der Kaschmirische Śivaismus nicht zwischen einer „höheren“, geistigen Wirklichkeit und einer „niederen“, materiellen Welt. Er erkennt in allem – im Stein, im Atem, im Gedanken, im Schmerz, in der Freude – ein und dasselbe: Śiva, das reine, ungeteilte Bewusstsein, das sich selbst in unendlicher Vielfalt zum Ausdruck bringt.
Die zentrale Frage: Warum verbirgt sich das Bewusstsein vor sich selbst?
Im Zentrum dieser Philosophie steht ein faszinierendes Paradox. Wenn alles Bewusstsein ist – warum erleben wir uns dann als getrennt? Warum fühlt sich das Leben oft eng, begrenzt, einsam an, wenn wir doch, ihrer Lehre nach, nie etwas anderes waren als die eine, freie, schöpferische Kraft selbst?
Der Kaschmirische Śivaismus antwortet mit einem Bild, das viele als tief berührend empfinden: Das Bewusstsein spielt Verstecken mit sich selbst. Aus reiner schöpferischer Freude (Ananda) zieht es sich scheinbar zusammen, vergisst seine eigene Weite und erlebt sich als begrenztes Ich – nicht als Fehler oder Strafe, sondern als Ausdruck seiner unerschöpflichen Kreativität. Diese Bewegung der Selbstverhüllung nennt man Spanda: die subtile, pulsierende Schwingung, mit der das Bewusstsein sich selbst formt, erlebt und wieder erkennt.
Yoga-Praxis als Erinnerung, nicht als Aneignung
Aus dieser Sichtweise ergibt sich eine besondere Haltung zur spirituellen Praxis. Es geht nicht darum, etwas Neues zu erreichen oder einen höheren Zustand zu erarbeiten. Es geht um Erinnerung – darum, wieder zu erkennen, was ohnehin schon da ist. Das Wiederentdecken des Herzens: Jede Atembewegung, jede Körperempfindung, jeder Moment von Stille zwischen zwei Gedanken kann zur Tür werden, durch die sich diese Erkenntnis zeigt.
Deshalb kennt der Kaschmirische Śivaismus unzählige Zugänge – manche subtil und still, manche kraftvoll und sinnlich, manche über den Atem, manche über die Kontemplation eines Klangs oder einer Visualisierung. Keiner dieser Wege gilt als „niederer“ Vorbereitungsschritt für einen „höheren“. Der Körper, die Sinne, die Freude – all das wird nicht überwunden, sondern als möglicher Ort der Erkenntnis gewürdigt. Diese radikale Bejahung des Lebendigen unterscheidet den Kaschmirischen Śivaismus von asketischeren Traditionen, die die Welt eher als Illusion oder Ablenkung betrachten.
Hier geschehen die Haltungen fließend, aus dem Empfinden heraus, und das Raumbewusstsein wird erweckt. Wir entwickeln eine innere Haltung des Empfindens und Lauschens, frei von geistiger Einmischung. Durch dieses Lauschen können sich die subtilen Schichten körperlicher Energien entfalten und der Körper findet in seine ursprüngliche Leichtigkeit zurück. Die Lebensenergie, Prana, kommt in Fluss.
Kashmirischer Yoga ist für spirituell interessierte Menschen hervorragend geeignet, die sich mit dem Bewusstsein genauer auseinandersetzen möchten.
Ich fühle mich zutiefst vom Kaschmirischen Sivaismus angesprochen und habe dank meiner vielen Indienaufenthalte und Selbsterfahrungsseminare transformierende, spirituelle Erlebnisse dank dieser Tradition integrieren können. Dabei haben mich Leopoldo Chariarse (1928-2025) (https://www.ggfyoga.de/ ) und Bettina Bäumer (https://www.utpaladeva.in/home ) unterstützt.
Freiheit, die nichts ausschließt
Vielleicht liegt genau darin die zeitlose Anziehungskraft dieser Philosophie: Sie verspricht keine Flucht aus dem Leben, sondern eine tiefere Art, mittendrin zu sein. Freiheit (Svatantrya) bedeutet hier nicht, Wünsche, Gefühle oder Körperlichkeit hinter sich zu lassen, sondern zu erkennen, dass all dies bereits Ausdruck derselben schöpferischen Kraft ist, die Du im Kern bist.
Im Kaschmirischen Śivaismus ist Freiheit demzufolge kein Zustand, den man erst erreichen muss, indem man Fesseln abstreift. Das Sanskrit-Wort dafür ist Svatantrya – wörtlich etwa „das Ruhen in sich selbst“ oder „Eigen-Gesetzlichkeit“. Es bezeichnet die absolute, ungebundene Schöpferkraft des Bewusstseins, aus der heraus die gesamte Welt entsteht – ganz ohne äußere Ursache oder Notwendigkeit, allein aus reiner, spielerischer Freude (Ananda).
Wichtig ist der Unterschied zu einem alltäglichen Freiheitsbegriff: Es geht nicht um Freiheit von etwas (von Zwängen, von Leid, von Begrenzung), sondern um eine Freiheit, die alles einschließt – auch die scheinbare Begrenzung selbst. Dass Du Dich manchmal eng, getrennt oder gebunden fühlst, ist dieser Philosophie zufolge selbst ein Ausdruck von Svatantrya: Das Bewusstsein ist so frei, dass es sich sogar erlauben kann, sich selbst zu vergessen und als begrenztes Ich zu erleben. Freiheit bedeutet hier also nicht Kontrolle oder Distanz zum Leben, sondern die volle schöpferische Macht, jede Schwingung als Ausdruck des Allbewusstseins – auch die der eigenen Begrenzung – anzunehmen.
Śivoham (शिवोऽहम्)
Śivoham setzt sich zusammen aus Śiva und aham („ich“) und bedeutet wörtlich „Ich bin Shiva“ – nicht im Sinne einer Gottheit, die man verehrt, sondern im Sinne des reinen, ungeteilten Bewusstseins, das man in Wahrheit selbst ist.
Es ist keine Behauptung des Egos („ich bin göttlich“), sondern eher eine Erinnerung, ein Ausdruck der direkten Erkenntnis: Das, was in Dir wahrnimmt, ist nicht getrennt von jenem universellen Bewusstsein, das die gesamte Wirklichkeit trägt. Śivoham wird oft als kurze Kontemplation oder still wiederholter Satz genutzt – nicht um sich etwas einzureden, sondern um die Aufmerksamkeit immer wieder von der Identifikation mit Gedanken, Rollen und Körper weg und hin zu jenem reinen Gewahrsein zu lenken, das allem zugrunde liegt.
Zusammen ergeben die beiden Begriffe ein stimmiges Bild: Svatantrya beschreibt die schöpferische Freiheit des Bewusstseins, sich in allem auszudrücken – Śivoham ist die direkte, persönliche Erkenntnis dieser Freiheit als das eigene, wahre Wesen.
Wer sich dem Kaschmirischen Śivaismus nähert, begegnet damit keiner Lehre, die Antworten von außen liefert, sondern einer Einladung: genauer hinzuspüren, was ohnehin die ganze Zeit da ist – wach, pulsierend, unteilbar – hinter jedem Gedanken, jeder Empfindung, jedem Atemzug.
Ich liebe diese Tradition aus ganzem Herzen und ein wunderschönes Bild vom verstorbenen letzten Meister, Swamiji Lakshman Joo aus Kashmir, steht auf meinem Altar.
https://en.wikipedia.org/wiki/Lakshman_Joo
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Nervensystem Yoga
Nervensystem-Yoga: Regulation statt Anstrengung
Nervensystem-Yoga ist ein vergleichsweise junger, in den letzten Jahren zunehmend bekannter Ansatz, der yogische Übungen bewusst mit Erkenntnissen aus der modernen Neurowissenschaft und Traumaforschung verbindet – insbesondere mit der Polyvagal-Theorie von Stephen Porges. Statt körperlicher Leistung steht hier die gezielte Regulation des autonomen Nervensystems im Vordergrund.
Die Grundidee: Viele Menschen leben im Alltag in chronischem Stress – das Nervensystem bleibt in ständiger Alarmbereitschaft (Sympathikus-Aktivierung) oder rutscht in Erschöpfung und Rückzug ab. Nervensystem-Yoga nutzt gezielte Bewegungen, Atemtechniken und sensorische Reize, um den Übergang zwischen Aktivierung und Entspannung bewusst zu trainieren und dem Nervensystem neue, sichere Erfahrungen von Regulation zu ermöglichen.
Wie sich die Praxis anfühlt: sanft, körperorientiert, oft mit spürbaren Effekten wie Seufzen, Gähnen, Zittern oder spontaner Entspannung – Zeichen dafür, dass sich das Nervensystem löst und reguliert. Die Übungen sind bewusst einfach gehalten und erfordern keine Vorerfahrung mit Yoga.
Nervensystem-Yoga eignet sich besonders für Menschen mit chronischem Stress, Erschöpfung, Überforderung oder für alle, die einen körperbasierten, wissenschaftlich fundierten Zugang zu innerer Regulation und Selbstfürsorge suchen.
Ich bin zertifiziert in der neuro-wissenschaftlich ausgerichteten Weiterbildung „Yoga-Basierte-Traumatherapie“.
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Traumasensibles Yoga
Yoga-basierte-Traumatherapie/ traumasensibles Yoga
Yoga-basierte Traumatherapie (Y-B-T) verbindet die jahrtausendealte Praxis des Yoga mit einem klaren, traumatherapeutisch fundierten Verständnis davon, wie sich seelische Verletzungen im Körper festsetzen – und wie sie über den Körper wieder gelöst und integriert werden können. Anders als viele moderne Yoga-Stile, die Entspannung oder Beweglichkeit in den Vordergrund stellen, verfolgt die Y-B-T ein präzises inneres Ziel: ehemals abgespaltene emotionale Prozesse Schritt für Schritt wieder in ein stimmiges, zusammenhängendes Bewusstsein zurückzuführen.
Die Praxis gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Bereiche – Asana, Pranayama und Pratyahara – die jeweils eine eigene, klar umrissene Funktion im therapeutischen Prozess übernehmen.
Asana in der Y-B-T: Affektive Vorgänge bewusst in Gang setzen
In der Y-B-T dienen die Asanas nicht in erster Linie der Kräftigung oder Dehnung des Körpers. Sie werden vielmehr so ausgeführt, dass sie gezielt affektive Vorgänge auslösen – körperliche Empfindungen und Reaktionen, die eine psychische Bedeutung tragen. Eine Haltung wird so zum Zugang: Sie macht spürbar, was im Körper an emotionalem Material gebunden liegt, oft weit unterhalb dessen, was durch reines Nachdenken erreichbar wäre. Die Asana wird damit zum ersten, körperlichen Schritt eines Prozesses, der weit über die Bewegung selbst hinausreicht.
Pranayama in der Y-B-T: Die Fähigkeit, Gefühle innerhalb der eigenen Toleranzgrenze zu erleben
Der zweite Bereich, das Pranayama, setzt an einem zentralen Aspekt jeder Traumaverarbeitung an: der affektiven und emotionalen Belastbarkeit. Wenn durch die Asana-Praxis Gefühle angestoßen werden, braucht es eine tragfähige innere Kapazität, um bei diesen Gefühlen bleiben zu können, ohne von ihnen überwältigt zu werden oder sie erneut abzuspalten. Die Atemtechniken der Y-B-T werden gezielt so eingesetzt, dass sich diese Kapazität – oft als Fenster der Toleranz bezeichnet (Window-of-Tolerance) – Schritt für Schritt erweitert. Pranayama wird so zur Brücke zwischen dem, was im Körper spürbar wird, und der Fähigkeit, dabei im Selbst zu bleiben.
Pratyahara: Von der Wahrnehmung zur Integration
Erst im dritten Bereich, dem Pratyahara, der Rückzug der Sinne nach innen, entfaltet sich der eigentliche therapeutische Kern der Methode. Hier geht es darum, über die bewusste Wahrnehmung der zuvor angestoßenen Affekte einen Zugang zu den darunterliegenden, tieferen Emotionen zu finden. Was zuvor abgespalten war – weil es einst zu bedrohlich, zu überwältigend oder zu schmerzhaft war, um verarbeitet zu werden – kann auf diese Weise behutsam wieder an das bewusste Erleben angebunden werden. Pratyahara wird damit zum Ort der Integration: dem Moment, in dem ehemals getrennte Anteile der eigenen Erfahrung wieder zu einem stimmigen Ganzen zusammenfinden.
Verwurzelt in Tradition: die Sivananda-Yoga-Praxis als Grundlage für Y-B-T
Die konkrete Ausführung von Asana, Pranayama und Pratyahara orientiert sich in der Y-B-T bewusst an der Sivananda-Yoga-Tradition – einer der ältesten und am klarsten strukturierten Hatha-Yoga-Linien, die im 20. Jahrhundert durch Swami Sivananda und seinen Schüler Swami Vishnudevananda geprägt wurde. Diese Rückbindung an eine traditionelle, in sich stimmige Yoga-Praxis ist kein Zufall: Sie sichert der Y-B-T eine innere Konsistenz und Tiefe, die über kurzfristige Techniken hinausreicht, und verankert den therapeutischen Prozess in einem jahrhundertealten Verständnis von Körper, Atem und Bewusstsein.
Wie sich die Praxis anfühlt: bewusst, oft intensiver als klassisches Hatha-Yoga, da Gefühle nicht vermieden, sondern behutsam zugelassen werden. Zugleich entsteht ein sicherer, klar gehaltener Rahmen, in dem diese Gefühle nicht überfordern, sondern zunehmend integrierbar werden.
Yoga-basierte Traumatherapie eignet sich für Menschen, die belastende oder traumatische Erfahrungen nicht allein kognitiv, sondern über den Körper verarbeiten möchten – im geschützten Rahmen eines methodisch klaren, traditionell verwurzelten Vorgehens.
Ich unterrichte Y-B-T im Rahmen meiner achtsamen Coaching-Begleitung nur 1:1.
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Iyengar Yoga
Iyengar-Yoga: Präzision, Ausrichtung und Hilfsmittel
Iyengar-Yoga wurde von B.K.S. Iyengar (1918–2014) entwickelt und gilt heute als eine der weltweit am genauesten ausgerichtete Yoga-Tradition. Der Familiensitz der Familie von Iyengar ist im indischen Pune. Iyengar war Schüler von Krishnamacharya, dem Begründer des modernen Hatha-Yoga, Iyengar entwickelte seinen Stil aber mit einem eigenen Schwerpunkt weiter, nachdem er von seinem Lehrer nach Pune geschickt worden war: der exakten Ausrichtung des Körpers in jeder Haltung (Asana).
Im Zentrum steht die Idee, dass körperliche Präzision der Schlüssel zu innerer Klarheit ist. Jede Asana wird Schritt für Schritt aufgebaut, häufig unterstützt durch Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte, Decken oder Stühle. Diese Hilfsmittel machen Iyengar-Yoga besonders zugänglich – auch für Menschen mit Verletzungen, Bewegungseinschränkungen oder wenig Yoga-Erfahrung, da sie Haltungen sicher und dennoch anspruchsvoll gestalten.
Wie sich die Praxis anfühlt: konzentriert, fast meditativ in ihrer Genauigkeit. Es geht weniger um Fluss und Tempo, sondern um bewusstes Verweilen in der Haltung, um Beobachtung feinster Details – der Fußstellung, der Wirbelsäule, des Atems. Viele Übende beschreiben Iyengar-Yoga als eine Schule der Achtsamkeit durch den Körper: Wer lernt, wirklich präzise zu stehen oder zu sitzen, entwickelt automatisch mehr Körperbewusstsein und innere Ruhe.
Iyengar-Yoga eignet sich besonders für Menschen, die Struktur, Klarheit und einen fundierten, therapeutisch orientierten Zugang zum Yoga schätzen.
Ich durfte Iyengar zu seinem 90. Geburtstag in Indien persönlich kennenlernen und habe viele Jahre in dieser Tradition vertiefend Yoga geübt.
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Anusara Yoga
Anusara-Yoga: Herzöffnung und lebensbejahende Philosophie
Anusara-Yoga wurde 1997 von dem US-Amerikaner John Friend gegründet und verbindet eine klare körperliche Ausrichtungspraxis – inspiriert unter anderem von Iyengar-Yoga – mit einer tantrisch geprägten, lebensbejahenden Philosophie. Der Name „Anusara“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet sinngemäß „im Fluss mit der Gnade sein“ oder „sich mit Anmut hingeben an das Göttliche“.
Die Grundidee: Jeder Mensch trägt eine innere Güte und ein natürliches Streben nach Ausdruck und Verbindung in sich. Anusara-Yoga arbeitet mit dem Prinzip der „Herzöffnung“ – Asanas werden von innen nach außen aufgebaut, beginnend bei einer bewussten Ausrichtung des Herzens und Beckens, bevor sich die Bewegung nach außen in Arme, Beine und Extremitäten fortsetzt. Diese Ausrichtung folgt festen biomechanischen Prinzipien, bleibt dabei aber immer mit einer positiven, wertschätzenden Grundhaltung verbunden.
Wie sich die Praxis anfühlt: einladend, warm und oft sehr gemeinschaftlich. Anusara-Klassen legen Wert auf eine unterstützende Atmosphäre, in der sich Übende in ihrer Individualität willkommen fühlen. Körperlich ist die Praxis kraftvoll und ausrichtungsorientiert, emotional öffnet sie Raum für Selbstannahme und Verbundenheit.
Anusara-Yoga passt gut zu Menschen, die eine klare körperliche Praxis suchen, sich dabei aber auch emotional und spirituell angesprochen fühlen möchten – ein Yoga, das Struktur und Herz verbindet.
Mein wichtigster Lehrer, Doug Keller, hatte damals viel mit John Friend zu tun und hat mit seinem Wissen auch den Anusara-Yoga stark mitgeprägt. Allerdings ist Friend in Verruf geraten wegen Missbrauchs – Themen und Doug hat sich schon sehr früh von ihm getrennt. (www.doyoga.com)
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Achtsamkeits Yoga
Achtsamkeits-Yoga: Präsenz im Hier und Jetzt
Achtsamkeits-Yoga verbindet klassische Yoga-Elemente mit den Prinzipien der Achtsamkeitspraxis (Mindfulness), wie sie unter anderem durch Jon Kabat-Zinn und sein Programm MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) seit den 1970er-Jahren im Westen bekannt wurden. Die Wurzeln der Achtsamkeit selbst reichen zurück in buddhistische Meditationstraditionen, insbesondere in die Vipassana-Praxis.
Die Grundidee: Nicht die perfekte Ausführung einer Haltung steht im Vordergrund, sondern die bewusste, wertfreie Wahrnehmung dessen, was gerade im Körper, im Atem und im Geist geschieht. Bewegungen werden langsam und mit voller Aufmerksamkeit ausgeführt. Es geht darum, den Automatismen des Körpers und des Geistes, unser Alltagsverhalten, zu verlassen und stattdessen im gegenwärtigen Moment anzukommen.
Wie sich die Praxis anfühlt: ruhig, introspektiv, oft sehr persönlich. Achtsamkeits-Yoga lädt dazu ein, Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle einfach zu beobachten, ohne sie sofort bewerten oder verändern zu wollen. Diese Haltung überträgt sich häufig auch auf den Alltag: mehr Gelassenheit, weniger Reaktivität, ein bewussterer Umgang mit Stress.
Achtsamkeits-Yoga eignet sich besonders für Menschen, die einen sanften Einstieg in Yoga suchen, unter Stress oder Reizüberflutung stehen oder ihre Selbstwahrnehmung im Alltag vertiefen möchten.
Da ich gerne und regelmäßig für längere Zeit in die Stille gehe (Vipassana fängt an mit 10 Tagen Schweigen), kann ich mir Yoga ohne Achtsamkeit gar nicht mehr vorstellen.
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Meditatives Yoga
Meditatives-Yoga: Der Körper als Tor zur inneren Stille
Meditatives Yoga stellt die Meditation in den Mittelpunkt der Praxis – Asanas dienen hier vor allem dazu, den Körper auf längeres, ruhiges Sitzen vorzubereiten und Verspannungen zu lösen, die eine tiefe Meditation erschweren würden. Diese Verbindung von Bewegung und Stille hat ihre Wurzeln in den ursprünglichen yogischen Traditionen Indiens, in denen Yoga von Anfang an als Weg zur Meditation und zur Erfahrung des eigenen Bewusstseins verstanden wurde.
Die Grundidee: Durch bewusste, oft langsame Bewegungssequenzen wird der Geist beruhigt, bevor die eigentliche Meditation beginnt. Atemübungen (Pranayama) bilden häufig die Brücke zwischen Bewegung und Stille. Ziel ist nicht primär körperliche Kraft oder Beweglichkeit, sondern ein klarer, ruhiger Geisteszustand, aus dem heraus tiefere innere Erfahrungen möglich werden.
Wie sich die Praxis anfühlt: still, nach innen gewandt, oft mit langen Ruhephasen. Sequenzen sind bewusst reduziert gehalten, um Ablenkung zu vermeiden. Viele Übende beschreiben ein Gefühl von Weite und innerer Sammlung, das über die Yogastunde hinaus wirkt.
Meditatives Yoga eignet sich für Menschen, die bereits Erfahrung mit Körperpraxis haben und nun gezielt einen Zugang zu tieferer Stille, Selbstreflexion und meditativer Praxis suchen.
Vor allem bei meinen Yoga-Reisen (und früher bei meinen Yoga-Wochenend-Seminaren oder Workshops) kannst du diese Art der inneren Vertiefung erleben. Die Organisation übernimmt Neue Wege Reisen. Hier findest Du weitere Informationen zu aktuellen Reisen mit mir.
https://www.neuewege.com/ueber-uns/yogalehrende/kursleitung/anke-rebetje/
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